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Motorrad winterfest machen: Schritt für Schritt durch die Pause

Von dw_moto · · 6 Min. Lesezeit

Um Ihr Motorrad winterfest zu machen, reinigen und konservieren Sie es, pflegen oder laden die Batterie, schützen Tank, Kette und Reifen und stellen es trocken und gut belüftet ab. Zusätzlich sollten Sie klären, ob das Motorrad zugelassen bleibt, ein Saisonkennzeichen hat oder abgemeldet wird, denn davon hängt ab, wo es stehen darf. Mit diesen Schritten startet es im Frühjahr ohne böse Überraschungen.

Checkliste: Motorrad winterfest machen

BereichWas zu tun ist
ReinigungGründlich waschen, Streusalz und Insektenreste entfernen, vollständig trocknen
KonservierungBlanke Metallteile und Schrauben mit Konservierungsmittel schützen, Bremsscheiben aussparen
KetteReinigen und schmieren
TankJe nach Herstellerangabe vollgetankt abstellen, um Kondenswasser und Rost zu vermeiden
BatterieAusbauen oder abklemmen und mit geeignetem Ladegerät erhalten
ReifenLuftdruck erhöhen oder Motorrad aufbocken, um Standplatten zu vermeiden
StellplatzTrocken, frostgeschützt möglichst, gut belüftet, atmungsaktive Abdeckung

Die Schritte im Einzelnen

Reinigen und konservieren

Schmutz und vor allem Streusalz fördern Korrosion, wenn das Motorrad monatelang steht. Waschen Sie es vor der Pause gründlich und lassen Sie es vollständig trocknen, etwa mit einer kurzen Fahrt, damit auch Feuchtigkeit aus Bremsen und Auspuff verschwindet. Anschließend schützen Sie Lack und blanke Metallteile. Bremsscheiben, Beläge und Reifen dürfen kein Pflegemittel abbekommen.

Tank und Kraftstoff

Bei Stahltanks wird oft empfohlen, vollzutanken, damit sich weniger Kondenswasser bildet. Ob ein Kraftstoffstabilisator sinnvoll ist, hängt von Kraftstoff und Standzeit ab; beachten Sie dazu die Angaben im Handbuch. Bei Vergasermodellen kann es sinnvoll sein, die Schwimmerkammern zu entleeren.

Batterie

Viele moderne Motorräder ziehen auch im Stand Strom, etwa für Wegfahrsperre oder Uhr. Klemmen Sie die Batterie ab oder bauen Sie sie aus und lagern Sie sie trocken und frostfrei. Ein Erhaltungsladegerät, das zum Batterietyp passt, verhindert eine Tiefentladung. Lithium-Batterien brauchen oft ein spezielles Ladegerät. Mehr dazu im Beitrag zum Laden der Motorradbatterie.

Öl, Kühlmittel und Kette

Steht ohnehin ein Ölwechsel an, ist es sinnvoll, ihn vor der Pause zu erledigen, weil Altöl Säuren und Verbrennungsrückstände enthält. Prüfen Sie bei wassergekühlten Motorrädern den Frostschutz. Die Kette wird gereinigt und geschmiert, damit sie nicht rostet; wie Sie sie im Frühjahr richtig einstellen, lesen Sie unter Motorrad-Kette spannen.

Reifen und Abstellen

Ideal ist es, das Motorrad auf Montageständer zu stellen, sodass die Reifen entlastet sind. Ist das nicht möglich, erhöhen Sie den Luftdruck etwas und bewegen das Motorrad gelegentlich ein Stück. Eine atmungsaktive Abdeckplane schützt vor Staub, ohne Feuchtigkeit einzuschließen.

Kennzeichen, Abmeldung und Versicherung

Für die Winterpause gibt es drei Varianten:

  • Zugelassen lassen: Steuer und Versicherung laufen weiter, Sie können an milden Tagen fahren.
  • Saisonkennzeichen: Der Betriebszeitraum umfasst nach § 10 Abs. 3 FZV mindestens zwei und höchstens elf volle Monate. Außerhalb dieses Zeitraums darf das Motorrad weder gefahren noch auf öffentlichen Straßen abgestellt werden. Es braucht also einen privaten Stellplatz. Mehr dazu im Beitrag zum Motorrad-Saisonkennzeichen.
  • Abmelden: Die Außerbetriebsetzung regelt § 16 FZV; sie ist bei der Zulassungsstelle oder online möglich. Auch ein abgemeldetes Motorrad darf nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden.

Gebühren und Abläufe können je nach Zulassungsstelle und Bundesland variieren, informieren Sie sich deshalb vorab. Bei Saisonkennzeichen und Abmeldung sollten Sie mit Ihrem Versicherer klären, ob in der Pause eine Ruheversicherung besteht und welche Risiken, etwa Diebstahl oder Brand am Stellplatz, dann abgedeckt sind.

Der richtige Stellplatz

Eine trockene, gut belüftete Garage ist ideal. Feuchte Keller oder Garagen, in denen ein nasses Auto abgestellt wird, fördern dagegen Korrosion. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Fester, ebener Untergrund, damit der Ständer nicht einsinkt
  • Abstand zu Heizquellen, Chemikalien und Streusalzvorräten
  • Diebstahlschutz, zum Beispiel ein Bügel- oder Kettenschloss an einem festen Punkt
  • Ein Ladegerät mit Stromanschluss in Reichweite
  • Bei Mietgaragen: Prüfen, ob dort Ladegeräte betrieben werden dürfen

Wer keinen eigenen Platz hat, kann nach Winterlagerplätzen bei Werkstätten, Händlern oder privaten Anbietern fragen. Klären Sie dabei, wie das Motorrad versichert ist, solange es dort steht.

Selbst machen oder Werkstatt?

Reinigung, Batteriepflege und Abdecken schaffen die meisten Fahrer selbst. Viele Betriebe bieten aber einen Winterservice an, der Einwinterung, Inspektion und teils auch die Unterstellung umfasst. Was das kostet, hängt vom Umfang, vom Modell und davon ab, ob ein Stellplatz enthalten ist. Fragen Sie konkrete Angebote direkt an. Eine Motorradwerkstatt kann im Winter oft auch Arbeiten einplanen, für die in der Saison wenig Zeit ist. Pflegemittel, Ladegeräte und Abdeckungen führt ein Motorrad-Ersatzteilgeschäft oder ein Motorradgeschäft.

Ob Winterservice oder Unterstellung angeboten werden, erfragen Sie zum Beispiel bei SB-Bikes, Motorradhandel und Werkstatt, bei Motorrad Emonts in Köln oder bei Motor Einstein in Düsseldorf. Weitere Werkstätten sehen Sie etwa für Nordrhein-Westfalen und Bremen.

Im Frühjahr: wieder startklar

  • Batterie laden und einbauen
  • Reifendruck auf Sollwert bringen und Reifen auf Risse prüfen
  • Bremsen, Licht, Kette und Flüssigkeitsstände kontrollieren
  • Termin der Hauptuntersuchung prüfen
  • Die ersten Kilometer vorsichtig fahren, bis Reifen und Bremsen wieder auf Temperatur sind

Hinweise zum richtigen Luftdruck finden Sie im Beitrag zum Motorrad-Reifendruck.

Wann Sie sich an wen wenden

Für Abmeldung, Saisonkennzeichen und Wiederzulassung ist die Zulassungsstelle zuständig. Fragen zur Ruheversicherung beantwortet Ihr Versicherer. Wenn Sie unsicher sind, was Ihr Modell braucht, oder Mängel entdecken, hilft eine Werkstatt; die Hauptuntersuchung übernehmen Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS.

Häufige Fragen

Sollte ich das Motorrad im Winter regelmäßig laufen lassen?

Kurzes Laufenlassen im Stand bringt den Motor meist nicht auf Betriebstemperatur und kann Kondenswasser fördern. Besser ist eine gute Konservierung oder, bei zugelassenem Motorrad, gelegentlich eine längere Fahrt.

Darf ein Motorrad mit Saisonkennzeichen im Winter an der Straße stehen?

Nein. Außerhalb des Betriebszeitraums darf es nach § 10 FZV nicht auf öffentlichen Straßen abgestellt werden. Sie brauchen eine Garage oder einen privaten Stellplatz.

Muss die Batterie ausgebaut werden?

Nicht unbedingt. Steht das Motorrad trocken und frostfrei und hängt an einem passenden Erhaltungsladegerät, kann die Batterie eingebaut bleiben. In kalten oder feuchten Räumen ist der Ausbau sinnvoll.

Ist eine Plane besser als keine Abdeckung?

Eine atmungsaktive Abdeckung schützt vor Staub. Luftdichte Folien können dagegen Feuchtigkeit einschließen und Korrosion begünstigen.

Wann sollte ich das Motorrad einwintern?

Einen festen Termin gibt es nicht. Sinnvoll ist es, bevor auf den Straßen regelmäßig Salz gestreut wird, denn Salz greift Metallteile an. Bei einem Saisonkennzeichen richtet sich der Zeitpunkt nach dem Ende des eingetragenen Betriebszeitraums.

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