B196 Kosten: Womit Sie für die 125er-Erweiterung rechnen müssen
Die B196-Erweiterung kommt ohne Prüfung aus, kostet aber Schulung und Behördengebühr. Wir zeigen, woraus sich...
Der richtige Motorrad-Reifendruck steht in der Betriebsanleitung, häufig auch auf einem Aufkleber an Schwinge, Rahmen oder Kettenschutz, und gilt für kalte Reifen. Prüfen Sie den Druck regelmäßig vor Fahrtantritt mit einem verlässlichen Manometer und passen Sie ihn bei Soziusbetrieb oder Gepäck an die Herstellerangaben an. Einen allgemeinen Wert für alle Motorräder gibt es nicht.
Ein Motorrad steht auf zwei kleinen Kontaktflächen. Schon geringe Abweichungen verändern Lenkverhalten, Kurvenstabilität, Bremsweg und Verschleiß. Zu niedriger Druck macht das Motorrad träge, lässt den Reifen stärker walken und erwärmen und erhöht den Verschleiß an den Flanken. Zu hoher Druck verkleinert die Aufstandsfläche und kann den Grip, besonders bei Nässe, verringern. Reifen verlieren zudem über die Zeit langsam Luft, auch ohne Schaden.
Die Angabe auf der Reifenflanke («max. pressure») ist der maximal zulässige Druck des Reifens, nicht der empfohlene Fülldruck für Ihr Motorrad. Wer die Anleitung nicht mehr hat, kann beim Fachhändler der jeweiligen Marke nachfragen, etwa bei der Euler Group BMW Motorrad für BMW-Modelle oder bei Dirk Behre Motorräder in Lehrte für die dort vertretenen Marken.
Die Sollwerte gelten für kalte Reifen, also vor der Fahrt oder nach längerer Standzeit. Nach der Fahrt ist der Druck durch die Erwärmung höher. Lassen Sie deshalb keine Luft aus einem warmen Reifen ab, nur weil der Wert über dem Sollwert liegt – sonst ist der Druck nach dem Abkühlen zu niedrig.
Tankstellengeräte sind praktisch, können aber unterschiedlich genau sein. Ein eigenes Manometer – analog oder digital – bietet konstante Vergleichswerte. Bei manchen Felgen erleichtert ein Winkeladapter das Aufsetzen an das Ventil, besonders bei großen Bremsscheiben. Manometer und Adapter führen Motorrad-Ersatzteilgeschäfte.
Hersteller und Fachorganisationen empfehlen eine regelmäßige Kontrolle, und zwar häufiger als beim Auto. Bewährt hat sich:
Nicht jede Abweichung bemerken Sie sofort. Achten Sie auf diese Hinweise:
In solchen Fällen zuerst den Druck kalt messen. Bleibt das Fahrgefühl trotz korrektem Wert auffällig, können auch Fahrwerk, Lenkkopflager oder Radlager die Ursache sein – das gehört in die Werkstatt.
Einige Motorräder haben ab Werk Sensoren, die den Druck überwachen und im Display anzeigen. Nachrüstsysteme gibt es ebenfalls. Ein RDKS ersetzt jedoch nicht den Blick auf die Reifen. Beim Reifenwechsel müssen Sensoren beachtet werden – sagen Sie der Werkstatt Bescheid, dass Ihr Motorrad damit ausgestattet ist.
Für den Reifendruck selbst gibt es keine gesetzliche Zahl, wohl aber für das Profil. Nach § 36 Abs. 3 StVZO müssen die Hauptrillen der Lauffläche am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm tief sein; für Leichtkrafträder und Kleinkrafträder genügt 1 mm. Als Hauptprofil gelten die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa drei Viertel der Breite einnimmt.
| Fahrzeug | Gesetzliche Mindestprofiltiefe |
|---|---|
| Krafträder (z. B. A2, A) | 1,6 mm |
| Leichtkrafträder, Kleinkrafträder (z. B. A1, AM) | 1 mm |
Das gesetzliche Minimum ist kein Empfehlungswert. Viele Fachleute raten, Motorradreifen schon früher zu tauschen, weil Haftung und Wasserableitung mit abnehmendem Profil nachlassen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Das Herstellungsdatum steht als vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke (Woche und Jahr). Gummi härtet mit der Zeit aus; ältere Reifen sollten Sie in einer Werkstatt beurteilen lassen.
Reifenzustand und Profiltiefe sind auch Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung, mehr dazu im Beitrag Motorrad-HU: Kosten und Ablauf.
Beim Kauf eines gebrauchten Motorrads lohnt der Blick auf Profil, DOT-Nummer und gleichmäßigen Verschleiß. Einseitig abgefahrene Reifen oder eine abgeflachte Mitte können auf falschen Luftdruck oder überwiegende Autobahnnutzung hinweisen. Wer vor dem Kauf eine Runde dreht, sollte vorher den Druck kontrollieren – Tipps dazu stehen im Beitrag zur Motorrad-Probefahrt. Gleiches gilt für die Antriebskette, siehe Motorrad-Kette spannen.
Reifenmontage und -auswuchten übernehmen viele Motorradhändler mit Werkstatt. In Hannover ist das Motorradhaus Ullmann eine Anlaufstelle; weitere Betriebe zeigen die Seiten Motorradbetriebe in der Region Hannover und Motorradbetriebe in Frankfurt am Main. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung, ob Sie den Reifen selbst mitbringen können oder die Werkstatt ihn bestellt, und halten Sie die Reifengröße aus dem Fahrzeugschein bereit.
Die Außentemperatur beeinflusst den gemessenen Druck: An kalten Tagen zeigt das Manometer bei gleicher Luftmenge weniger an als im Sommer. Kontrollieren Sie den Druck deshalb gerade beim Saisonstart im Frühjahr und bei deutlichen Temperaturwechseln. Steht das Motorrad über den Winter, kann ein leicht korrigierter Druck Standplatten vorbeugen; manche Fahrer nutzen dafür einen Montageständer, damit die Reifen entlastet sind. Vor der ersten Fahrt stellen Sie den Druck wieder auf den Sollwert der Betriebsanleitung ein. Prüfen Sie dabei auch, ob die Reifen über den Winter Risse bekommen haben oder ob Ventile undicht geworden sind. Wer Fahrten mit vollem Gepäck plant, etwa für eine Urlaubstour, sollte den Druck am Abfahrtstag kalt anpassen und unterwegs nach längeren Pausen erneut kontrollieren.
Viele Hersteller geben für Soziusbetrieb oder Beladung höhere Werte an, vor allem für das Hinterrad. Halten Sie sich an die Tabelle in der Betriebsanleitung.
Nein. Er gibt den maximal zulässigen Druck des Reifens an. Der empfohlene Fülldruck stammt vom Motorradhersteller.
Warme Luft dehnt sich aus. Deshalb sollten Sie immer kalt messen und warme Reifen nicht auf den Kaltwert korrigieren.
Für Krafträder 1,6 mm, für Leicht- und Kleinkrafträder 1 mm, jeweils im Hauptprofil am ganzen Umfang (§ 36 StVZO).
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