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Motorrad-HU: Kosten, Fristen und Ablauf der Hauptuntersuchung

Von dw_moto · · 6 Min. Lesezeit

Die Hauptuntersuchung (HU) für ein Motorrad kostet je nach Prüforganisation und Bundesland meist einen mittleren zweistelligen Betrag; so nennt etwa die Entgeltliste des TÜV Rheinland für Prüfstellen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ab 1. Januar 2026 für Krafträder 75,10 Euro inklusive Abgasprüfung und Plakette. Fällig ist die HU für Krafträder alle 24 Monate. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für eine Nachprüfung oder für die Beseitigung von Mängeln.

Rechtsgrundlage und Frist

Die Pflicht zur HU regelt § 29 StVZO, die Details stehen in Anlage VIII zur StVZO. Für Krafträder gilt ein Intervall von 24 Monaten. Die Frist beginnt mit Monat und Jahr der letzten HU und endet mit Ablauf des Monats, der auf der Prüfplakette am hinteren Kennzeichen angezeigt wird. Bei Neufahrzeugen beginnt die Frist mit der Erstzulassung.

Auf der Plakette zeigt die Zahl in der Mitte das Jahr, die Ausrichtung (die Zahl oben, «12 Uhr») den Monat. Den Termin finden Sie außerdem in der Zulassungsbescheinigung Teil I und im letzten Prüfbericht.

Was die Motorrad-HU kostet

Die HU dürfen amtlich anerkannte Sachverständige (TÜV) und Prüfingenieure von Überwachungsorganisationen wie DEKRA, GTÜ oder KÜS durchführen. Die Entgelte werden von den Organisationen veröffentlicht und unterscheiden sich nach Organisation, Bundesland bzw. Prüfstelle und danach, ob die Prüfung in einer Prüfstelle oder in einer Partnerwerkstatt stattfindet.

PositionWas gilt
HU Kraftrad (Beispiel TÜV Rheinland, Prüfstellen NRW/RLP, ab 01.01.2026)75,10 Euro inkl. MwSt., Plakette und Untersuchung des Motormanagements/Abgasverhaltens
Abgasprüfung bereits in einer anerkannten Werkstatt erledigtEntgelt für die HU sinkt entsprechend, wenn ein gültiger Nachweis vorgelegt wird
Frist um mehr als zwei Monate überschrittenLaut derselben Entgeltliste Zuschlag von 20 % auf den HU-Betrag (ohne Abgasteil) für die erweiterte Prüfung
Nachprüfung nach erheblichen MängelnGesondertes Entgelt, je nach Organisation

Die Angaben aus der Entgeltliste des TÜV Rheinland sind ein Beispiel für eine Region. In anderen Bundesländern und bei anderen Organisationen können die Beträge abweichen. Fragen Sie vor dem Termin nach dem aktuellen Preis der jeweiligen Prüfstelle oder Werkstatt.

Was bei der HU geprüft wird

  • Bremsanlage: Wirkung, Beläge, Scheiben, Leitungen
  • Lenkung und Lenkkopflager
  • Fahrwerk, Rahmen, Schwinge, Federelemente
  • Räder und Reifen inklusive Profiltiefe
  • Beleuchtung, Hupe, Elektrik
  • Antrieb (Kette, Kardan, Riemen), Auspuff, Geräusch- und Abgasverhalten
  • Übereinstimmung mit den Fahrzeugpapieren, Umbauten und Eintragungen

Ergebnis: Plakette, Mängel und Nachprüfung

Ohne Mängel oder mit geringen Mängeln erhalten Sie die neue Plakette; geringe Mängel sollen Sie unverzüglich beheben lassen. Bei erheblichen Mängeln gibt es keine Plakette: Nach Anlage VIII StVZO müssen die Mängel behoben und das Motorrad spätestens innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorgeführt werden. Wer später kommt, braucht eine komplett neue HU. Bei gefährlichen Mängeln kann das Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft werden.

Frist überzogen: Was passiert?

Wer die HU-Frist überschreitet, riskiert bei einer Kontrolle ein Verwarn- oder Bußgeld, das mit der Dauer der Überschreitung steigt. Ab einer Überschreitung von mehr als zwei Monaten wird zudem eine umfangreichere Untersuchung fällig, die mehr kostet. Ein abgemeldetes Motorrad müssen Sie zur Wiederzulassung mit gültiger HU anmelden; die Zulassungsstelle informiert über die Unterlagen.

So bereiten Sie die HU vor

  • Unterlagen: Zulassungsbescheinigung Teil I, ggf. Gutachten, ABE oder Teilegutachten für Umbauten, letzter Prüfbericht.
  • Selbst prüfen: Licht und Blinker, Hupe, Reifenprofil und -zustand (siehe Motorrad-Reifendruck und Profiltiefe), Kettenspannung, Bremsbeläge, Ölverlust.
  • Sauberes Fahrzeug: Fahrgestellnummer und Typschild müssen lesbar sein.
  • Inspektion vorher: Wer ohnehin einen Service plant, kann ihn mit der HU verbinden, siehe Kosten einer Motorrad-Inspektion.

HU über die Werkstatt erledigen

Viele Motorradbetriebe arbeiten mit einer Prüforganisation zusammen, die regelmäßig im Haus prüft. Der Vorteil: Kleinere Mängel können meist direkt behoben werden. Die Werkstatt kann für ihre Vorbereitung eigene Kosten berechnen; fragen Sie nach, was im Preis enthalten ist. Anlaufstellen sind etwa Harley-Davidson Handel & Service in Stuttgart, die HM Motorradhaus und Allroundvermietung, Harley-Davidson Hannover oder der Suzuki-Vertragshändler Autohaus Tross in Dresden. Weitere Betriebe zeigen die Seiten Motorradwerkstätten, Gebrauchtmotorradhändler, Motorradbetriebe in Baden-Württemberg und Motorradbetriebe in Niedersachsen.

Häufige Gründe für eine verweigerte Plakette

Viele Mängel lassen sich vorher mit wenig Aufwand erkennen. Typische Prüfpunkte, an denen Motorräder auffallen, sind:

  • Bremsen: abgefahrene Beläge, riefige Scheiben oder alte Bremsflüssigkeit mit nachlassender Wirkung.
  • Reifen: zu geringe Profiltiefe, Risse, Beschädigungen oder nicht eingetragene Größen.
  • Beleuchtung: defekte Leuchtmittel, falsch eingestellter Scheinwerfer, nicht zugelassene Blinker.
  • Antrieb: stark verschlissener oder zu lockerer Kettensatz.
  • Umbauten ohne Nachweis: Auspuff, Lenker, Spiegel, Kennzeichenhalter oder Fahrwerksteile ohne ABE, Teilegutachten oder Eintragung.
  • Undichtigkeiten: Öl an Motor, Gabel oder Federbein.

Gerade bei Umbauten lohnt es sich, die Papiere vorab zu sortieren. Fehlt eine Bescheinigung, kann die Prüforganisation erklären, ob eine Änderungsabnahme nötig ist und was diese kostet. Diese Leistungen werden gesondert berechnet.

HU beim Kauf und Verkauf

Beim Gebrauchtkauf ist eine frische HU ein Pluspunkt, ersetzt aber keine eigene Prüfung. Achten Sie darauf, dass die Plakette zum Prüfbericht passt und dass der Bericht keine offenen Mängel ausweist. Wer ein Motorrad verkauft, kann mit neuer Plakette und vollständigen Unterlagen oft einfacher verhandeln. Wie der Verkauf an einen Betrieb abläuft, steht im Beitrag Motorrad an den Händler verkaufen.

Wann Sie wen fragen sollten

Bei Fragen zu Umbauten und Eintragungen sind TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS zuständig, bei Fragen zur Zulassung die Zulassungsstelle Ihres Kreises oder Ihrer Stadt, bei Reparaturen eine Werkstatt. Bei Streit über Rechnungen hilft die Verbraucherzentrale.

Ablauf am Prüftag

Ob Sie einen Termin brauchen oder spontan vorbeikommen können, hängt von der Prüfstelle ab; viele Organisationen bieten Online-Terminbuchung an. Planen Sie für die Prüfung eines Motorrads etwas Zeit ein. Der Prüfer gleicht zunächst Fahrgestellnummer und Papiere ab, dann folgen Sicht- und Funktionsprüfung, Bremsenprüfung und gegebenenfalls die Abgasuntersuchung. Am Ende erhalten Sie einen Prüfbericht, der alle festgestellten Mängel auflistet. Bewahren Sie ihn gut auf: Er dient als Nachweis bei der Zulassungsstelle und bei einer Nachprüfung. Die Zahlung erfolgt in der Regel direkt vor Ort; welche Zahlungsarten akzeptiert werden, erfahren Sie bei der jeweiligen Prüfstelle.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein Motorrad zur HU?

Alle 24 Monate, auch bei neuen Motorrädern. Eine Sicherheitsprüfung wie bei manchen Nutzfahrzeugen ist für Krafträder nicht vorgesehen.

Ist die Abgasuntersuchung im HU-Preis enthalten?

Bei vielen Prüforganisationen ja, als Untersuchung des Motormanagements und Abgasverhaltens. Wurde sie bereits in einer anerkannten Werkstatt durchgeführt, sinkt das HU-Entgelt mit gültigem Nachweis.

Warum kostet die HU nicht überall gleich viel?

Die Prüforganisationen legen ihre Entgelte je nach Region und Prüfort fest. Deshalb unterscheiden sich die Preise zwischen Bundesländern, Organisationen und Werkstätten.

Wie lange habe ich nach erheblichen Mängeln Zeit?

Einen Monat ab der HU. Danach ist eine neue vollständige Hauptuntersuchung nötig.

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