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Motorradführerschein Kosten: Gebühren, Fahrschule und Nebenkosten

Von dw_moto · · 6 Min. Lesezeit

Die Kosten für den Motorradführerschein bestehen aus festen amtlichen Gebühren – rund 35,70 Euro für die Erteilung, 11,10 Euro plus PC-Zuschlag für die Theorieprüfung und 136,70 Euro für die praktische Prüfung der Klassen A1, A2 oder A, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer bei den Prüfungen – und den deutlich höheren, variablen Fahrschulkosten. Wie hoch die Gesamtsumme ausfällt, entscheiden vor allem die Zahl der Übungsstunden, die Region und ob Sie bereits einen Führerschein besitzen. Ein Stufenaufstieg von A1 auf A2 oder von A2 auf A ist günstiger, weil nur eine praktische Prüfung anfällt.

Feste Kosten: die amtlichen Gebühren

Prüfungs- und Verwaltungsgebühren sind bundesweit in der Anlage zur Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) festgelegt:

Gebühren-Nr.LeistungGebühr
202.1Ersterteilung oder Erweiterung der Fahrerlaubnis35,70 Euro
401.1 / 401.3Theoretische Prüfung, alle Klassen / Zuschlag Prüfung am PC11,10 Euro / 9,90 Euro
402.1Praktische Prüfung Klassen A, A2, A1136,70 Euro
402.1aPraktische Prüfung A oder A2 im Stufenaufstieg118,60 Euro

TÜV, DEKRA und die anderen amtlich anerkannten Prüfstellen stellen auf die Prüfungsgebühren Umsatzsteuer in Rechnung. Wer eine Prüfung nicht besteht, zahlt die Prüfungsgebühr bei der Wiederholung erneut. Die Fahrerlaubnisbehörde kann zusätzlich Auslagen berechnen; Details und Abläufe unterscheiden sich je nach Bundesland und Behörde.

Variable Kosten: die Fahrschule

Fahrschulen legen ihre Preise selbst fest, müssen sie aber aushängen. Typische Posten sind:

  • Grundbetrag für Verwaltung und Theorieunterricht,
  • Lehrmaterial und Lern-App,
  • Übungsstunden je 45 Minuten, Anzahl nach Bedarf,
  • Sonderfahrten (Überland, Autobahn, Dunkelheit), Anzahl gesetzlich vorgeschrieben,
  • Vorstellung zur Prüfung für Theorie und Praxis,
  • gegebenenfalls Leihgebühr für Schutzkleidung.

Laut Anlage 4 der Fahrschüler-Ausbildungsordnung sind beim Ersterwerb der Klassen A1, A2 und A je 12 Sonderfahrten à 45 Minuten Pflicht, bei einer Erweiterung von A1 auf A2 oder A beziehungsweise von A2 auf A innerhalb der Zweijahresfrist 6:

SonderfahrtErsterwerb A1/A2/AErweiterung A1→A2, A1→A, A2→A
Überland53
Autobahn42
Dämmerung/Dunkelheit31

Beim Theorieunterricht sind beim Ersterwerb mindestens 12 Doppelstunden Grundstoff vorgeschrieben, bei Erweiterung eines vorhandenen Führerscheins mindestens 6. Wer schon den Autoführerschein hat, spart also Theoriestunden.

Was den Gesamtpreis beeinflusst

  • Vorerfahrung: Wer schon Roller oder 125er gefahren ist, braucht oft weniger Übungsstunden.
  • Vorbesitz einer Klasse: weniger Grundstoff bei Erweiterung, bei Stufenaufstieg nach zwei Jahren keine Theorieprüfung.
  • Region: Fahrschulpreise unterscheiden sich zwischen Stadt und Land sowie zwischen Bundesländern.
  • Wiederholungsprüfungen: erneute Prüfungsgebühr und meist zusätzliche Fahrstunden.
  • Lernpausen: Längere Unterbrechungen kosten oft Auffrischungsstunden.

Nebenkosten

  • Sehtest bzw. augenärztliches Gutachten,
  • Erste-Hilfe-Kurs (entfällt, wenn bereits für einen früheren Führerschein nachgewiesen),
  • biometrische Passfotos,
  • eigene Schutzausrüstung: Helm, Jacke, Hose, Handschuhe, Stiefel.

Schutzkleidung gibt es in Fachgeschäften für Motorradbekleidung und in vielen Motorradgeschäften. Probieren Sie Helm und Stiefel vor Ort an, denn die Passform ist entscheidend.

Die Klassen im Kostenvergleich

WegPrüfungenGebührensatz Praxisprüfung
A1 (ab 16)Theorie + Praxis136,70 Euro
A2 direkt (ab 18)Theorie + Praxis136,70 Euro
A direkt (ab 24)Theorie + Praxis136,70 Euro
Stufenaufstieg A1→A2 oder A2→A (nach 2 Jahren)nur Praxis118,60 Euro
B196 (ab 25, 5 Jahre Klasse B)keine–

Einzelheiten zu den Klassen lesen Sie in den Beiträgen zum A1 Führerschein, zum A2 Führerschein und zu den B196-Kosten.

Rechenbeispiel: nur die amtlichen Gebührensätze

Für einen Direkteinstieg in die Klasse A2 ohne Wiederholung ergeben sich aus den GebOSt-Sätzen folgende Beträge, jeweils ohne Umsatzsteuer der Prüfstelle und ohne Auslagen der Behörde:

PostenBetrag
Erteilung (202.1)35,70 Euro
Theorieprüfung inkl. PC-Zuschlag (401.1, 401.3)21,00 Euro
Praktische Prüfung (402.1)136,70 Euro
Summe der Gebührensätze193,40 Euro

Das ist nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Den Rest machen Fahrschule, Nebenkosten und Ausrüstung aus. Bei einem Stufenaufstieg nach zwei Jahren entfallen Theorieprüfung und PC-Zuschlag, und die praktische Prüfung wird mit 118,60 Euro statt 136,70 Euro angesetzt.

Worauf Sie im Fahrschulvertrag achten

  • Welche Leistungen deckt der Grundbetrag ab, und gibt es einen Aufschlag bei Klassenkombination?
  • Wie hoch sind Übungsstunde, Sonderfahrt und Prüfungsvorstellung jeweils?
  • Was passiert bei Absage einer Fahrstunde, und welche Fristen gelten?
  • Wird Schutzkleidung gestellt, und ist das Schulungsmotorrad A2- oder A-tauglich?

So halten Sie die Kosten im Rahmen

  • Preisaushänge mehrerer Fahrschulen vergleichen, nicht nur den Grundbetrag.
  • Theorie konsequent mit der Lern-App vorbereiten, um Wiederholungen zu vermeiden.
  • Fahrstunden in regelmäßigen Abständen planen.
  • Den Weg über einen Stufenaufstieg bedenken, wenn Sie jung einsteigen.

Nach der Prüfung: der Weg zum Händler

Mit dem Führerschein in der Tasche geht es um Motorrad, Versicherung und Zulassung. Viele Händler bieten Probefahrten und übernehmen die Zulassung; mitbringen sollten Sie Ausweis, Führerschein, eVB-Nummer und Bankdaten für die Kfz-Steuer. Eingetragen sind bei uns etwa Lobo Bikes, autorisierter Indian-Händler in Berlin, Heavy Duty Motor Cycles in Hamburg und Motorradhandel Hornig. Weitere Betriebe zeigen die Seiten Motorradhändler Berlin und Motorradhändler Hamburg.

Zeitplanung und Kosten

Zeit ist beim Motorradführerschein auch ein Kostenfaktor. Wer im Winter mit der Theorie beginnt und im Frühjahr fährt, nutzt die Saison gut. Wer dagegen im Spätherbst mit den Fahrstunden anfängt und wegen Kälte oder Nässe pausieren muss, braucht nach der Pause oft Auffrischungsstunden. Auch Prüfungstermine sind im Frühjahr gefragt. Klären Sie mit der Fahrschule früh, wie lange die Wartezeiten auf Prüfungstermine in Ihrer Region aktuell sind.

Für die Fahrerlaubnisbehörde gilt Ähnliches: Die Bearbeitung des Antrags dauert je nach Behörde unterschiedlich lange. Erst wenn der Antrag bearbeitet ist und der Prüfauftrag bei der Prüfstelle vorliegt, kann die Theorieprüfung stattfinden. Ein früh gestellter Antrag verhindert, dass Sie startklar sind, aber noch auf die Behörde warten.

Kombination mit dem Autoführerschein

Manche Fahrschüler erwerben Motorrad- und Autoführerschein gleichzeitig. Das kann Theoriestunden sparen, weil der Grundstoff nur einmal besucht wird; dafür kommen zwei Zusatzstoffe und zwei praktische Prüfungen hinzu. Ob und zu welchen Konditionen eine Kombination angeboten wird, entscheidet die Fahrschule.

Wann Sie sich an wen wenden

  • Fahrschule: verbindliche Preise, Ausbildungsplan, Zahl der Übungsstunden.
  • Fahrerlaubnisbehörde: Verwaltungsgebühr und Auslagen vor Ort.
  • TÜV oder DEKRA: Prüfgebühren inklusive Umsatzsteuer.
  • Verbraucherzentrale: bei Streit über Fahrschulverträge.

Häufige Fragen

Sind die Prüfungsgebühren überall gleich?

Die Gebührensätze sind in der GebOSt bundesweit geregelt. Unterschiede entstehen vor allem bei den Fahrschulkosten und bei Auslagen der Behörden.

Ist der Stufenaufstieg günstiger als der Direkteinstieg?

In der Regel ja: Nach zwei Jahren Vorbesitz entfällt die Theorieprüfung, und der Gebührensatz für die praktische Prüfung liegt mit 118,60 Euro unter dem für den Direkteinstieg.

Wie viele Fahrstunden brauche ich?

Vorgeschrieben sind nur die Sonderfahrten. Die Zahl der Übungsstunden hängt von Ihrem Können ab und wird mit dem Fahrlehrer festgelegt.

Muss ich den Erste-Hilfe-Kurs erneut machen?

Wenn Sie den Nachweis bereits für einen früheren Führerschein erbracht haben, ist in der Regel kein neuer Kurs nötig. Im Zweifel fragen Sie Ihre Fahrerlaubnisbehörde.

Zahle ich bei einer nicht bestandenen Prüfung erneut?

Ja. Bei einer Wiederholung fällt die Prüfungsgebühr erneut an, dazu kommen die Kosten der Fahrschule für die erneute Vorstellung zur Prüfung und meist zusätzliche Übungsstunden.

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